Video zu “Freitag morgen“




Ich bin aufgewachsen in Berlin-Mitte, zwischen der Volksbühne und dem Kino Babylon. Wenn ich als Kind durch meine triste Straße lief, haben diese zwei Orte mich immer magisch angezogen und meine Phantasie in Farbe getaucht.

Mit sechs wollte ich ein Instrument spielen lernen, Klavier oder Gitarre. Aber der Unterricht dafür war an Ost-Musikschulen auf Jahre ausgebucht. Nur die Geige war frei und die war ein Fehlstart für mich. Beim üben simulierte ich regelmäßig Bauchschmerzen und produzierte fürchterliche Klänge, aber bei Auftritten mit dem Kinderchor stand ich gern in erster Reihe. Während der Schulzeit wollte ich dann solo singen und machte die Aufnahmeprüfung an die Musikschule und später die studienvorbereitende Ausbildung zum Koleratursopran. Kurz vor dem Operngesangsstudium überkamen mich dann Zweifel zum klassischen Fach... Berlins Clubs lockten mit einer pulsierenden Musik, die ich nicht verstand, die mich atemlos machte und der ich mich nicht entziehen konnte. So gingen einige Abende von der Staatsoper ins E-Werk oder mit Verdi und Puccini im Ohr ins WMF.

Parallel trat ich entweder mit meiner Tanzgruppe auf oder nahm Schauspielunterricht und nach ein paar Drehtagen entschied ich mich ganz und gar dafür und ging nach München auf die Schauspielschule. Dort sang ich auch - Hollaender und Brecht - und begann, meine Erlebnisse und Gedanken in Songtexte oder Gedichte zu fassen.

So entstand “Freitag Morgen“, ein Indie-Chanson mit Akustikgitarren und Percussionbeats. Ein Song über ein Paar, das sich an einem sonnigen Tag durch die Stadt treiben lässt, gebettet in das watteweiche Gefühl von Vertrauen und Lebenslust... “renn ich mit dir kreuz und quer... lächle mich laut unbeschwert... nehm meine Hand in deine.“

Mensch, war ick verknallt zu der Zeit, haha! - wird´s jetzt jazziger und rauher?

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